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Besser spät als nie: der Blower Door Test

Ende Februar hat dann unser Bauleiter, Herr Mootz, letztendlich noch den „Blower Door Test“ bei uns durchgeführt. Wir konnten den Test aus terminlichen Gründen erst jetzt durchführen; irgendwie hatten wir die ganze Zeit keinen übereinstimmenden passenden Termin mit unserem Bauleiter finden können. Aber wie sagt man so schön: besser spät als nie.

Der Bauherr hat vor dem Test bereits kleine Vorbereitungen getroffen: die Lüftung muss ausgeschaltet werden (geht nur über die Sicherung), die Aufsätze auf der Lüftung müssen so angebracht werden, dass keine Luft mehr einströmen kann (einfach umdrehen) und es soll vorsichtshalber noch mal überall Wasser laufen, dass keine Luft durch die Abflüsse strömen kann.

Bei Danhaus im Leistungsumfang ist der Blower Door Test inklusive. Mit dem Blower-Door-Test lässt sich die Luftdichtheit von Gebäuden zuverlässig messen, Leckagen bereits während der Bauphase feststellen und nach der Beseitigung der Schwachstellen die Qualität aller Maßnahmen zur Abdichtung der Gebäudehülle begutachten und dokumentieren. Es wird dabei ermittelt wie oft das Luftvolumen des Gebäudes bei einem bestimmten Unterdruck (i.d.R. 50 Pascal, entspricht einem Winddruck von ca. 4-5 Beaufort) pro Stunde ausgetauscht wird. Um diesen Differenzdruck aufzubauen wird in den Rahmen eines Fensters oder, wie bei uns, bei der Nebeneingangstür, die sogenannte Blower-Door  eingesetzt. Diese besteht aus einem individuell anpassbaren Aluminiumrahmen, der mit einer luftdichten Nylonplane bespannt ist. In einer Öffnung der Plane sitzt ein Ventilator mit elektronischer Drehzahlregelung.

Nylonplane in der Seiteneingangstor, Blower Door TEst
Nylonplane in der Seiteneingangstor, Blower Door Test

 

"Ventilator" beim Blower Door Test
„Ventilator“ beim Blower Door Test

Messstellen zur Ermittlung des Außen- und Innendrucks und des Druckabfalls in der Ventilatoreinlaufdüse vervollständigen den Messaufbau. Um nun eine gewünschte Druckdifferenz zwischen Gebäudeinnen- und Außenseite aufrecht zu erhalten, muss der Ventilator einen bestimmten Volumenstrom aus dem Gebäude „saugen“, dieser entspricht dem Leckagevolumenstrom der an sämtlichen Fehlstellen von außen in das Gebäude einströmt.  (Quelle der Blower Door Test Beschreibung: http://www.christofmootz.de/Blower-Door-Test.html ).

Der Test an sich verläuft dann allerdings ziemlich unspektakulär. Der kleine Ventilator Trödelt vor sich hin und erzeugt den Unterdruck um Haus. Das ganze dauert ca. 15 – 20 Minuten und fertig ist der Test. Das Aufbauen der Apparatur dauert länger als der Test selbst.

Für ein KfW 55 Haus wie wir es haben sieht der Gesetzgeber einen Wert von 3,0 vor, der durch die Messung erreicht werden muss. Danhaus hat sich hier ein anderes Ziel gesetzt und halbiert das ganze bereits auf 1,5. Bei uns kam letztendlich ein Wert von 0,84 heraus. Laut unserem Bauleiter ein hervorragender Wert im Bereich des Passivhausstandards. Was wir bereits den Winter über dachten hatte sich nun bestätigt: die Zimmerleute haben hervorragende Arbeit geleistet und das Haus ist dicht.

Dies hat man auch in den zurückliegenden Tagen während des Sturmtiefs „Niklas“ gemerkt. Es zieht nirgends. Zudem ist das Haus auch sehr gut schallisoliert, so dass man von dem windigen Treiben im Haus selbst gar nichts mitbekommen hatte.